[Rezension] Was fehlt, wenn ich verschwunden bin - Lilly Lindner

15 Februar 2015



Hallo ihr Buchvernarrten,

heute gibt es noch einmal eine Rezension von mir. Es hat sich aufgrund einer Krankheitswoche doch so einiges aufgestaut, das ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. :) Schnappt euch eine Tasse Tee und es kann losgehen. ;)

Daten zum Buch: 

Genre: Jugendbuch / Roman
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 400 Seiten
Erscheint voraussichtlich am 19.02.2015 im Fischer-Verlag





Zum Inhalt:

Die neunjährige Phoebe versteht nicht, warum ihre große Schwester April weg ist. Fern in einem Krankenhaus, wo sie sie nicht besuchen darf. Da ihre Eltern all die Fragen, die Phoebe hat nicht oder nur ungenügend beantworten, versucht sie auf anderen Wegen zu Antworten zu gelangen. Phoebe ist sehr aufgeweckt und reimt sich vieles selbst zusammen. Doch ihre Schwester vermisst sie sehr. Daher beginnt sie Briefe zu schreiben, Briefe an ihre Schwester, auf die sie nie eine Antwort erhält. April ist krank, so krank, dass Phoebe sie nicht besuchen darf. Denn April hat Magersucht. So beginnt Phoebe die Welt zu hinterfragen und für April zu kämpfen, denn Unterstützung scheint sie anderweitig nicht zu erfahren.


Meine Meinung:

Nie zuvor habe ich einen Briefroman gelesen. Ich war deshalb sehr gespannt, ob mir diese Art von Schreibstil gefallen würde. Das hat er und zudem hat er unglaublich überzeugt. Durch die Briefform sind die Gefühle der Protagonisten viel besser zur Geltung gekommen und haben sich in meinem Herzen festgebrannt. Denn das tut dieses Buch. Es brennt sich fest, geht unter die Haut und lässt dich auch nach Beenden des Buches nicht mehr los.

Das schwierige Thema der Magersucht wird in dem Buch gut umgesetzt. Auch wenn man persönlich mit der Krankheit sonst nichts am Hut hat, so wird es einem verständlich dargelegt und man kann Aprils Situation gut nachvollziehen. Für diese Art von Krankheit gibt es immer einen Grund. Und so ist es vielmehr der Grund, der die Geschichte führt und einen gefangen nimmt, als die Krankheit an sich. Definitiv keine leichte Kost und daher meiner Meinung nach eventuell ein bisschen zu hart für ein Jugendbuch. Andererseits darf man nicht vergessen, dass die Thematik durchaus immer aktuell sein wird und sich niemand davon lossagen kann.
Phoebe und April sowie auch die Eltern sind vom Charakter her gut ausgearbeitet. Man fühlt mit der Familie mit, manchmal bleibt sie vom Leser vielleicht auch unverstanden. Flach sind die Charaktere jedoch keinesfalls und so mischen sie die eigene Gefühlwelt deutlich auf.

Der Schreibstil ist sehr poetisch, da sowohl Phoebe als auch April gut mit Worten umgehen können. Leider lag hier für mich das Problem mit dem Buch. Phoebe ist neun Jahre alt. Der Schreibstil hat für mich zu stark von Grundschülerin zu erwachsen geschwankt und mir so leider kein stimmiges Bild von Phoebe vermitteln können. Man kann natürlich damit argumentieren, dass so eine Krankheit auch  Phoebe zu schnell altern lassen kann, jedoch finde ich die Wechsel in der Sprache dann doch zu rasant und zu häufig. An manchen Stellen erschien mir die Geschichte etwas langatmig, das Thema benötigt allerdings auch eine Menge Raum. 

Alles in allem ein sehr rührendes, nachdenklich machendes Buch, dem ich gerne 5 Leseeulen gegeben hätte. Aufgrund der genannten Aspekte kann ich das Buch leider nur mit 4 von 5 Leseeulen bewerten. 

Wer Bücher liebt, die ans Herz gehen oder auch wer sonst nichts in diese Richtung liest: Schaut euch das Buch bitte einmal an. Auch ich bin sonst eher durch die Fantasy- Schiene geprägt, aber es hat mir außerordentlich gut gefallen.



Vielen Dank in diesem Sinne auch an das Team von LovelyBooks.de und an den Fischer-Verlag, die mir das Buch im Rahmen einer Leserunde zur Verfügung gestellt haben.

Habe ich euch neugierig gemacht? Schreibt mir doch gerne einmal in die Kommentare, ob das Buch auch etwas für euch wäre oder ob ihr genrebedingt häufig zu anderen Büchern greift. Das interessiert mich wirklich brennend. 

(Dieses Buch erfüllt Aufgabe 10 auf der grünen Seite der Challenge der Gegenteile - Ein trauriges Buch)


Alles Liebe,
eure Anna

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4 Kommentare

  1. Huhu,
    ich habe mir vorgenommen mir dieses Buch irgendwann anzuschaffen, aber es gibt momentan so viele andere Bücher, die mein Interesse wecken, also wird dieses wohl noch ein wenig warten müssen, allerdings hat mich deine schöne Rezi mich doch noch ein wenig neugieriger gemacht :)
    Allerliebste Grüße, Ambria <3<3<3

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    1. Hallo Ambria,
      es freut einen doch immer zu hören, wenn eine Rezension gefällt. Ich danke dir ;)
      Liebe Grüße, Anna <3

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  2. Huhu liebe Anna!

    Da bin ich nochmal. ;)
    "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" hatte ich auch schon auf dem Schirm, doch da ich momentan sehr an "Wir wollten alles Wir wollten nichts" zu kauen habe, hab ich mich noch nicht recht dran getraut. Nach deiner schönen Rezi werd ich wohl doch noch in die Leseprobe schnuppern, vielleicht zieht das Buch ja in den nächsten Monaten ein. ;)

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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    1. Hi :)
      Ja, an diesem Buch hat man auch ein bisschen zu kauen und ich kann es vollkommen nachvollziehen, dass man direkt nach so einem Buch nicht noch einmal zu so einem greift, Das geht mir genauso ;) Freut mich, dass dir die Rezension gefällt, die Leseprobe ist auch wirklich sehr gut gemacht ;) Auf das kommende Lesevergnügen!
      Liebe Grüße, Anna

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