[Rezension] Der Übergang - Justin Cronin | Die Welt, wie wir sie kennen existiert nicht mehr

14 April 2015



Moin meine Schmökerverschlinger,

heute habe ich eine Rezension zu eben diesem für euch. Viele Abende hat mir dieses Buch geraubt und so manches Mal tatsächlich auch den Schlaf. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr jetzt. ;) 

Goldmann| Taschenbuch| Band 1| 1020 Seiten| Endzeit-Epos| Kaufen?

Worum geht es?

„Das Mädchen Amy ist gerade einmal sechs Jahre alt, als es von zwei FBI -Agenten entführt und auf ein geheimes medizinisches Versuchsgelände verschleppt wird. Man hat lange nach Amy gesucht: der optimalen Versuchsperson für ein mysteriöses Experiment, das nichts Geringeres zum Ziel hat, als Menschen unsterblich zu machen. Doch dann geht irgendetwas schief – völlig schief. Von einem Tag auf den anderen rast die Welt dem Untergang entgegen. Und nur eine kann die Menschheit vielleicht noch retten: Amy Harper Bellafonte.“                                                                               
                                                                                          Quelle: Goldmann
Meine Meinung:


Aufmachung:

Das Cover lässt tatsächlich an Endzeit-Szenarien denken. Man fragt sich: Was ist mit diesem Mädchen? Warum jagt es mir solche Angst ein? Man weiß in jedem Fall, dass dieses Mädchen kein normales Kind ist. Gerade, weil das Cover dies auslöst, finde ich es sehr gelungen. Es ist vielleicht nicht sonderlich schön im ästhetischen Sinne, trumpft aber im Zusammenhang mit dem Inhalt deutlich auf und macht neugierig. 

Das Buch umfasst 1020 Seiten, die wirklich eng und klein bedruckt sind. Nicht unbedingt jedermanns Geschmack. Mich persönlich hat dieser Aspekt jedoch gar nicht beeinträchtigt. ;) Es gibt einzelne Kapitel, aber auch Oberkapitel, oder besser mehrere Abschnitte, die durch Titel und Zitat aus poetischen Werken gekennzeichnet sind. Zur Orientierung dienen diese sehr gut. 


Zum Inhalt:

Amy Harper Bellafonte ist sechs Jahre alt, als sie von ihrer Mutter in einer Schwesterschaft "ausgesetzt" wird. Als das FBI von dem Mädchen Wind bekommt, werden zwei Agenten damit beauftragt, das Mädchen möglichst unauffällig zu entführen und es zu einem abgelegenen Versuchslabor (ich nenne es jetzt einfach mal so) zu bringen. Dort wurden bereits zwölf weitere Kandidaten einem mehrfach mutierten Virus ausgesetzt, das Unsterblichkeit herbeiführen soll. Denn das stellen sich die Machthaber vor. Eine unsterbliche Armee. Aus den meisten Probanden werden jedoch sogenannte Virals, die ähnlich den Vampiren, Menschen in tausend Teile zerpflücken können. Als die Überführung der Virals in ein neues Gebiet schief geht, befallen sie den ganzen Kontinent. Die Menschheit ist einer großen Gefahr ausgesetzt und nur wenige haben überlebt.

Nur soviel vorab zur Geschichte, da ihr diese komplexe Welt noch selbst entdecken sollt. Sie ist so komplex, dass ich, selbst nachdem ich dieses Buch gelesen habe, nicht genau sagen kann, worum es im Ganzen genau geht. Die Geschichte spielt sich über ein gesamtes Jahrhundert ab und fordert den Leser damit meiner Meinung sehr. Die vielen unterschiedlichen Sichtweisen und Zeiten haben es mir nicht gerade leicht gemacht. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass dieses Buch nicht eine komplexe Geschichte erzählt, sondern mehrere Bücher nebeneinander existieren. Das war schon sehr verwirrend, gleichzeitig aber auch recht spannend, weil sich die einzelnen Teile zum Ende hin doch kreuzen.
Aufgrund der vielen verschiedenen Sichtweisen konnte ich mich leider nur mit zweien der Charaktere richtig anfreunden und das auch nur, weil ihre Geschichten länger erzählt wurden als andere. 

Der Anfang des Buches hat mir noch sehr gut gefallen, war spannungsgeladen und die Seiten flogen nur so dahin. Im Mittelteil kam dann für mich zeitweise ein Bruch. Es zog sich für mich hin, wurde dort auf sämtliche Verwandtschaftsverhältnisse eingegangen, die man sich bei der Weite der Geschichte überhaupt nicht merken kann und die, wie sich später herausstellte, auch nicht unmittelbar von Bedeutung waren. Abgerundet wurde es aber durch den Schluss, der mir wiederrum sehr gut gefallen hat. Die letzten 300 Seiten waren überaus spannend und vollgepackt mit Handlung, die man nach dem zähen Mittelteil auch gut gebrauchen konnte. 

Die Grundidee finde ich persönlich sehr gut und ich bin auch schon relativ gespannt auf den zweiten Teil, auch wenn Cronin meines Empfindens nach Amy zu sehr aus dem Mittelpunkt gezerrt hat (sie kommt bestimmt 350 Seiten lang nicht einmal vor). Abschließend ist zu sagen, dass auch die "blutigeren" Szenen äußerst detailreich und brutal beschrieben werden, also definitiv nichts für schwache Nerven. - Ja, ich habe mich gegruselt. Mehr als einmal. - ;)

Ich bin noch hin und her gerissen, ob ich den zweiten Teil wirklich aktiv lesen möchte oder ob es mir nicht vielleicht besser tut, das Ganze mal als Hörbuch auszutesten. 

Alles in allem eine solide, sehr lesenswerte Geschichte, die mich jedoch in einigen Punkten nicht so ganz überzeugt hat. Ich habe lange überlegt, wie ich das Buch bewerten soll, bin aber der Meinung, dass es die vier Leseeulen verdient hat und bin schon sehr gespannt, wie es mit Amy weitergeht.



Habt ihr das Buch bereits gelesen und könnt einige Aspekte nachvollziehen? Was würdet ihr machen, wenn ihr einer/eine der wenigen Überlebenden sein würdet? Verstecken? Oder doch lieber etwas unternehmen?

Ein herzliches Dankeschön an Goldmann für das Rezensionsexemplar.

Ich wünsche euch einen schönen Abend,

eure Anna

(Dieses Buch erfüllt die Aufgabe Nr.1 auf der grünen Seite der Challenge der Gegenteile - ein dickes Buch, über 500 Seiten )

Vielleicht magst du auch Folgendes

0 Kommentare