[Rezension] Die fünfte Welle

26 Juli 2015

Goldmann| Gebunden| Band 1 |480 Seiten| Roman/Dystopie| Kaufen?

Worum geht es?

Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Das hat auch Cassie lernen müssen, denn seit der Ankunft der Anderen hat sie fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Das Wenige, was sie noch besitzt, passt in einen Rucksack. Und dann begegnet sie Evan Walker. Er rettet sie, nachdem sie auf der Flucht vor den Anderen angeschossen wurde. Eigentlich weiß sie, dass sie ihm nicht vertrauen sollte. Doch sie geht das Risiko ein und findet schon bald heraus, welche Grausamkeit die fünfte Welle für sie bereithält ...
                                                                                          Quelle: Goldmann

Meine Meinung:




Aufmachung:

Das Cover erzählt noch nicht viel von der Geschichte um Cassie. Dennoch ist es sehr schön und definitiv mal etwas anderes für das Bücherregal. Die Kapitel sind leider etwas gewöhnungsbedürftig gestaltet. Auf den ersten Blick hat mich die Schlichtheit (erinnert ein bisschen an alte Texte) abgeschreckt. Das lässt sich aber gut hinnehmen, da die Geschichte das alles auffängt.

Zum Inhalt:

Den Einstieg in die Geschichte erfahren wir durch Cassies Augen. Zu Anfang wissen wir nicht viel und werden auch ein wenig unwissend gelassen. Was wir wissen ist, dass Cassie alleine ist und dass die Anderen ihr Leben auf den Kopf gestellt haben. Nach und nach erfahren wir durch Erzählungen und Erinnerungen Cassie's was es mit den Wellen auf sich hat und wie es kommt, dass sie vollkommen allein ist auf der Welt. Doch auch Cassie weiß nicht, was die Anderen wollen, ob es eine weitere Welle geben wird und wie sie der Situation überhaupt Herr werden kann. Sie begibt sich auf die Suche nach ihrem jüngeren Bruder, von dem sie nicht weiß, ob er überhaupt noch lebt. Als sie dabei auf den gleichaltrigen Evan Walker trifft, kann sie ihm nicht trauen. Denn das ist, was die Anderen mit dir machen - sie trennen die Herde und hetzten sie gegeneinander auf. 

Wie es mit Cassie und Evan weitergeht, ob sie dem Geheimnis um die Wellen auf die Schliche kommen und ihren Bruder finden, dass müsst ihr selbstverständlich selbst herausfinden. Mehr möchte ich zum Inhalt auch gar nicht weiter sagen, weil es so faszinierend ist, in diese so gut durchdachte Geschichte einzutauchen, dass man es unbedingt selbst erleben muss.

"Denn wenn ich die Letzte bin, dann bin ich die Menschheit. Und wenn das der letzte Krieg der Menschheit ist, dann bin ich das Schlachtfeld."
                                                                                                   (Seite 123)

Der Schreibstil von Rick Yancey ist großartig, poetisch und wortgewaltig. Viele seiner Gedankengänge haben mich zum Nachdenken gebracht und ich musste mir so viele Stellen markieren, dass das Buch nun voller kleiner gelber Zettelchen ist. Die Komplexität der Geschichte hat mich schier überwältig. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass sie mir so sehr unter die Haut geht. Sie ist absolut fesselnd und wirklich einfach nur grandios. An manchen Stellen ist das Buch schon sehr brutal, mich persönlich hat das im Lesefluss überhaupt nicht gestört, weil es die Geschichte gut gestützt hat. Cassie ist eine starke Protagonistin, die jedoch auch immer mit ihrem Gewissen zu kämpfen hat. Sie ist nicht knallhart und abgebrüht und genau das ist es, was sie als Charakter menschlich und nachvollziehbar macht. Diese Kluft hat Yancey sehr gut überwunden. 

"Manchmal redet man sich ein, man hätte eine Wahl, doch in Wirklichkeit hat man keine. Nur weil es Alternativen gibt, bedeutet das nicht, dass sie auch wirklich infrage kommen." (Seite 117)

Die Erzählperspektive wechselt in manchen Kapiteln und man erfährt erst schleichend, welche Personen sich dahinter verbergen. So bleibt die Spannung erhalten und man fiebert regelrecht auf das Ende und die ersehnte Auflösung zu. Ihr werdet nicht enttäuscht sein. :)

Für dieses grandiose Lesevergnügen, den wundervollen Schreibstil und großartigen Auftakt einer neuen Trilogie vergebe ich 5 von 5 Leseeulen:

Wer weiß, welche Bücher das Jahr noch bringen wird. Ich bin mir aber vollkommen sicher, dass dieses Buch zu meinen Jahreshighlights gehören wird. 

Wer hat das Buch bereits gelesen? Wie hat es euch gefallen? Stimmt ihr mir zu? :) Besteht Interesse daran, welche anderen Zitate ich markiert habe? Es waren zu viele, um sie für die Rezension zu nutzen. ;)

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