[Rezension] Das Juwel | Die Gabe von Amy Ewing*

21 August 2015

Fischer Jugendbuch | Gebunden | 448 Seiten | Fantasy | Dystopie | Kaufen?


Worum geht es?

Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird auf einer großen Auktion an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende, prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von ihr: gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin ein Kind schenken.
Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen?
Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel. 

Quelle: FJB


Meine Meinung:


Zum Inhalt:

Der Klappentext erinnert schon sehr an die Selection-Reihe von Kiera Cass, oder? Also habe ich beim Lesen ständig versucht, Parallelen zu der Reihe aufzudecken, habe aber tatsächlich nur sehr wenige gefunden. Gut so! 
Violet ist im Armensektor großgeworden und eine sogenannte Surrogat. Surrogate werden, sobald sie im gebärfähigen Alter sind, in Verwahranstalten gebracht, in denen sie unterrichtet werden, ihre Gabe zu kontrollieren. Diese Gabe, die für Violet viel mehr ein Fluch ist, ermöglicht es den Surrogaten durch bloße Vorstellungskraft und unter großen körperlichen Schmerzen Dinge zu verändern und wachsen zu lassen. Haben die Surrogate ihre Ausbildung beendet, werden sie wie ein Stück Vieh auf einer Auktion an die Adeligen im Juwel versteigert, um ihnen zu dienen. Violet wird höchstbietet verkauft und geht an die Herzogin am See. Da die Adeligen selber keine Kinder bekommen können, werden die Surrogate als Leihmuttern genutzt. Doch die Herzogin am See hat ganz besondere Wünsche, wie ihr Kind zu gedeihen hat und schon bald findet Violet sich in einer abstrusen Welt wieder, viel zu jung, um bereits ein Kind in sich tragen zu wollen. Als sie sich dann auch noch verliebt, begeht sie einen moralischen Spagat.

Die erste Hälfte des Buches werden wir erst einmal mit der Welt von Violet vertraut gemacht. Es passiert noch nicht allzu viel, aber es ist trotzdem spannend, weil die Welt an sich schon so neuartig ist, dass man erst einmal ein bisschen Zeit benötigt, um sich zurecht zu finden. Ab der Mitte dann wird es total spannend. Violet ist eine starke Protagonistin, die sich solange nicht zutraut gegen die Herzogin vorzugehen, bis sie sich verliebt. Ab dem Zeitpunkt ist sie Feuer und Flamme und kämpft - nicht mit Gewalt- sondern vielmehr mit Köpfchen, gegen die Intrigen und Forderungen des Palastes.

Mehr kann ich zu der Geschichte leider nicht verraten, um nicht zuviel vorweg zu nehmen. 
Mir hat das Buch wahnsinnig gut gefallen, die Story war gut durchdacht und einmal etwas komplett anderes und doch sehr gesellschaftskritisch. Gerade der Aspekt der Leihmutterschaft hat mich hierbei sehr zum Nachdenken angeregt und auch, wenn es sich um eine Art fantastische Dystopie handelt, hatte es sehr realistische Ansätze. Das Ende birgt einen wirklich schmerzhaften Cliffhanger, über den ich noch Tage später nachdenken musste und gebettelt habe, dass der zweite Teil nicht mehr lange auf sich warten lässt. Ein paar kleinere Parallelen zu Selection fallen auf, jedoch hält sich das sehr in Grenzen.

Wem also die Selection-Reihe gut gefallen hat, für den könnte dieses Buch auch etwas sein. All diejenigen, die auch gerne einmal Fantasy mit realistisch kritischem Anteil lesen, sollten sich definitiv einmal die Leseprobe angeln, um sich mit der Geschichte vertraut zu machen.

Das Buch hat nicht nur ein wunderschönes Cover, auch der Schmutztitel ist toll illustriert.


Zum Schreibstil: 

Amy Ewing hat einen sehr bildhaften Schreibstil, der einen in der Geschichte gefangen nimmt. Man kann dank der unzähligen Beschreibungen mental auf Reisen gehen und durch die Gemächer der Herzogin am See wandern. Trotdessen hat der Schreibstil aber auch noch eine Facette, die ich nicht ganz greifen kann, die ihn aber sehr besonders macht und mir sehr gut gefallen hat. Irgendwas dümpelte da immer im Hintergrund, wie so ein kleines Rauschen, bei dem man nicht ausmachen kann, woher es kommt. :)

Fazit:

Das Juwel - Die Gabe ist eine fantastisch, dystopisch, kritische Geschichte, die mit ihrem tollen Worldbuilding und dem Schreibstil der Autorin so richtig punktet. Ich lasse Luft nach oben für den zweiten Teil und vergebe 4 von 5 Lesepunkten.



Wer hat das Buch auch schon gelesen? Wie hat es dir gefallen?

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