[Rezension] Die Stunde der Lilie von Sandra Regnier

30 August 2015

Impress | Band 1 | E-book | 362 Seiten | Zeitreise | Kaufen?


Worum geht es?

Es sollte ein gewöhnlicher Ausritt nach einem anstrengenden Schultag werden. Niemals hätte sich die sechzehnjährige Julia träumen lassen, dass es sie an der mit Lilien gesäumten Weggabelung aus dem Deutschland der Gegenwart ins Frankreich des 17. Jahrhunderts verschlagen würde. Und das ohne eine Möglichkeit der Rückkehr. Von einem Tag auf den anderen muss sich Julia den Sitten des Versailler Königshofes anpassen und zu allem Übel auch noch Französisch lernen. Glücklicherweise bekommt sie jedoch einen einflussreichen Vormund an die Seite gestellt: Etienne Flémont, den Grafen von Montsauvan. Ein Mann, der ihr Schicksal noch weitreich beeinflussen soll…
Quelle: Impress

Meine Meinung:

Zum Inhalt:

Julia hasst es zu reiten. Doch um Ihre beste Freundin wieder sanftmütig zu stimmen, lässt sie sich auf einen Ausritt mit Ponys ein. Schon gleich hatte sie ein komisches Gefühl. Tatsächlich beginnt das Pferd vor einem Wildschwein zu bocken und rast durch den ganzen Wald, Zwillingseichen durchquerend, um sich wenig später im Versailles des 17. Jahrhunderts wiederzufinden. Geschockt durch den plötzlichen Kultur- und Zeitsprung wird Julia ausgerechnet vom Königshof in Versailles aufgegabelt. Dort soll sie nun von dem gutaussehenden Graf von Montsauvan in die Sitten bei Hofe eingeführt werden. Kein Wunder also, dass Julia versucht einen Weg nach Hause zu finden. Denn schon bald hat sie Heimweh und ihre nicht vorhandenen Französischkenntnisse tragen dazu nicht minder bei. Wird sie den Weg zurück in ihre Zeit finden?

Sandra Regnier konnte mich bereits mit der Pan-Trilogie begeistern. Nun war ich natürlich sehr gespannt, ob ihre anderen Werke dies auch vermögen. Tatsächlich hat sie es geschafft, wenn die Geschichte auch nicht ganz an Pan heranreicht. 
Der Aufbau der Geschichte ist wieder sehr harmonisch und besticht durch sein authentisches Bild. Versailles wird einem praktisch vor Augen "gemalt" und man fühlt sich gleich zu Hause. Julia ist ein starker, sympathischer Charakter, der sich trotz Heimweh versucht mit der neuen Situation anzufreunden und sich nicht kleinkriegen lässt. Der Graf von Montsauvan ist ebenfalls ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Durchaus typisch ist, dass er eine harte Schale, aber einen weichen Kern hat. So unterrichtet er Julia ohne Gnade, hat aber auch ob ihrer sehr schwierigen Situation Verständnis für ihre Probleme. Die Geschichte hat außerdem viele Spannungsmomente, ob nun eine Verfolgungsjagd oder gar ein Kampf zwischen zwei Widersachern. Die Geschichte hat keine Längen und wird somit nie langweilig. Sandra Regnier versteht es, gute Geschichten zu schreiben.
Einziger Kritikpunkt sind die vielen Namen. Ich habe leider während des Lesens ab und an den Überblick verloren, da es so viele verschiedene Nebencharaktere gab, die natürlich auch alle französische Namen hatten. Das war ein bisschen Schade. Es hätte vielleicht ein Stammbaum geholfen.


Zum Schreibstil:

Sandra Regnier schreibt sehr bildhaft, sodass man sich die Kulisse von Versailles sehr gut vorstellen kann. Versailles wird einem somit näher gebracht und man taucht richtig in die Romanwelt ab.
Man verschwindet in dem Jahrhundert und kann vollends mental auf Reisen gehen. Außerdem fällt auch in diesem Buch auf, dass Sandra Regnier auch sehr humorig schreiben kann. Wie schon in den Büchern der Pan-Trilogie, hat mich ihr Schreibstil mit den vielen Wortspielen sehr oft schmunzeln lassen müssen. Regnier hat einen unverwechselbaren Stil, der ihre Bücher immer besonders macht.

Fazit:

Eine tolle Geschichte, wie man sie von Sandra Regnier kennt. Spannung und eine Prise Humor geben eine tolle, lesenswerte Mischung. Ich vergebe vier von fünf Lesepunkten.



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