Die vielen Leben des Harry August | Claire North*

09 Januar 2016

Herzlich Willkommen im neuen Jahr hier auf Life of Anna. Ich freue mich sehr, dass du wieder hierher gefunden hast. Ich bin auch endlich wieder zurück und habe die kleine Auszeit sehr genossen. Die Tanks sind nun wieder aufgefüllt und ich kann euch mit neuem Lesefutter versorgen. Leider noch nicht in dem Umfang, den ich mir wünschen würde, aber ab Februar habt ihr mich wieder ganz zurück, wenn die liebe Klausurenphase endlich ein Ende hat.

Das vorweg einmal kurz angemerkt, damit ihr euch nicht wundert, warum ich ab und an mal in der Versenkung verschwinde. Jetzt soll es aber, wie im Titel angekündigt, die Rezension zu "Die vielen Leben des Harry August" der Autorin Claire North geben.

Bastei Lübbe | Einzelband | Hardcover | 492 Seiten | Fantasy | Kaufen?'

Worum geht es?

MANCHMAL IST EIN LEBEN NICHT GENUG, UM DIE WELT ZU RETTEN! Harry August stirbt. Mal wieder. Es ist das elfte Mal, dass Harrys Leben ein Ende findet. Und er weiß genau, wie es weitergehen wird: Er wird erneut im Jahr 1919 geboren werden — mit all dem Wissen seiner vorherigen Leben. Harry hat akzeptiert, dass er in dieser Zeitschleife festhängt, auch wenn er nicht weiß, wieso ... Doch dann steht plötzlich ein junges Mädchen an seinem Sterbebett und überbringt ihm eine erschütternde Botschaft: Der Untergang der Welt steht bevor! Und das auslösende Ereignis findet vermutlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt. Harry, der bald wieder im Jahr 1919 sein wird, muss nun nicht weniger tun, als diese Zukunft zu verhindern ...

(Die Rechte am Klappentext liegen bei Bastei Lübbe.)

Meine Meinung:

Harry August stirbt und wird kurz darauf wiedergeboren. Erwacht erneut im Jahre 1919, dem Jahr seiner Geburt. Doch sein Gedächtnis stirbt nicht. Er erinnert sich. Erinnert sich an all seine vergangenen Leben. Er lebt sie vor sich hin, probiert mal das eine, mal das andere aus, testet mal jene, mal diese Karriere. Denn was soll man schon machen, wenn das Leben unausschöpflich ist? All dies ändert sich jedoch plötzlich, als ein kleines Mädchen an Harrys Sterbebett auftaucht und ihm prophezeit, dass die Welt untergehen wird und er derjenige ist, der dies aufhalten muss.

So viel zum Inhalt, denn mehr möchte ich nicht vorweg nehmen. Der Klappentext verlockte mich dazu, dieses Buch zu lesen, hörte es sich doch nach einer spannenden und rasenden Verfolgungsjagd an, um das Ende der Welt zu verhindern.
Anfangs kam ich leider sehr schwer in die Geschichte hinein - denn anders als erwartet, begann hier nun nicht die aufregende Rettung der Welt, sondern vielmehr eine Schilderung der vielen Leben des Harry August. Harry erzählt von seinen Erlebnissen vergangener Leben, die sowohl skurriel, interessant als auch zeitweise verwirrend zu erleben sind. Es ist spannend zu erfahren, was der Mensch tut, wenn er plözlich merkt, dass ihm unendliche Leben zur Verfügung stehen. Angefangen bei dem Schock, plötzlich wiedergeboren zu werden, über Selbstmordgedanken zur stillen Akzeptanz und Selbstverwirklichung. Harry beginnt, sich damit anzufreunden, lernt Gleichgesinnte kennen und versucht so viel wie möglich zu lernen.
Ich habe sehr lange darauf gewartet, dass wir zu dem Punkt kommen, gemeinsam die Welt zu retten. Ab der Hälfte des Buches kam endlich ein Ruck in Harrys Erzählweise und die Geschichte nimmt ein wenig Fahrt auf. Harry erkennt seinen Widersacher und versucht nun ihm über mehrere Leben hinweg auf die Schliche zu kommen und das Ende der Welt zu verhindern. Der tatsächliche Prozess beginnt in meinen Augen aber leider erst ziemlich spät. Die letzten 200 Seiten haben mich gefesselt und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Plötzlich ist alles, was vorher gefehlt hat da. Das Tempo nimmt zu, die Spannung wächst proportional dazu und Harry wird mir endlich symphatisch. Leider zu spät. Denn obwohl wir Harry in all seinen Leben kennenlernen dürfen, habe ich nie das Gefühl, ihn wirklich zu kennen. Harrys Schicksal ging mir nicht nahe. Und das ist wirklich schade, denn die Geschichte hätte sehr viel Potential gehabt.

Die vielen Leben des Harry August wird als Meisterwerk von Claire North gehandelt. Mich konnte das Buch leider nicht von sich überzeugen. Durch den Klappentext hatte ich eine andere Erwartung an das Buch und habe mir mehr erhofft. Schwerer Einstieg, ein flacher Mittelteil und ein starkes Ende. Ich vergebe drei von fünf Lesepunkten, da das Ende mich vollends überzeugen konnte.



Wenn ihr euch nicht sicher seit, ob das Buch etwas für euch ist, lest gerne in die Leseprobe hinein. Ich wurde aufgrund meiner Erwartungen leider enttäuscht. Unter anderen Umständen hätte dieses Buch mich vermutlich überzeugen können.

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