Locked in von Holly Seddon*

23 März 2016

Heyne | Einzelband | Paperback | 432 Seiten | Thriller | Kaufen? '

Worum geht es?

Du denkst, sie hört dich nicht. Aber du täuschst dich.
Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben?

(Die Rechte am Klappentext liegen bei Heyne.)

Meine Meinung:

Amy liegt seit vielen Jahren im Wachkoma. Sie kann hören, was um sie herum geschieht, jedoch nicht aussprechen, was sie bewegt. Amy versteht auch nicht alles, was um sie herum geschieht und hat eine Menge Fragen. Fragen, die sie nicht stellen kann. 
Alex Dale war erfolgreiche Journalistin, bevor ihr Alkoholproblem ihrem erfolgreichen Leben den Garaus machte. Trotzdem versucht sie weiterhin an ihre alten Erfolge anzuknüpfen und stößt bei ihrer Recherche zu Wachkomapatienten auf Amy. Amys Fall ist kein normaler, da sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Als Alex anfängt gründlich in den alten Wunden zu bohren, deckt sie Ungereimtheiten und Geheimnisse auf, die Amys Fall in anderem Licht erscheinen lassen. Alex gerät mehr und  mehr in Gefahr und ihr Alkoholproblem mindert ihre Glaubwürdigkeit.

Die Kombination aus Wachkomapatientin und einem Fall der nie gelöst wurde hat für mich den Reiz an der Geschichte ausgemacht. Ebenfalls interessant ist hier, dass kein Polizist oder Kriminologe ermittelt, sondern eine Journalistin, die dazu auch noch ein Alkoholproblem hat. 
Wir lernen in der Geschichte sowohl Alex' als auch Amys Vergangenheit kennen. Dazu wird die Geschichte einmal aus Amys Perspektive erzählt, besondererweise keine Rückblende, sondern eine Art erinnern im Komazustand. So bekommt der Leser mit, was an jenem schicksalhaften Tag geschah, als Amy verschwand und was Amy empfindet, wenn sie Besuch an ihrem Krankenbett erhält. Das alles, ohne dass der Leser erfährt, wer der Täter ist. Zum anderen wird die Geschichte - wie sollte es auch anders sein - aus der Sicht von Alex Dale erzählt. Schnell wird man in ihren Alltag hineingezogen und lernt sie persönlich und ihre Entwicklung sehr gut kennen. Zudem haben wir eine weitere, dritte, Perspektive. Diese werde ich euch jedoch nicht verraten. 
Die Thematik der Wachkomata hat mich sehr interessiert und auch in dieser Hinsicht wird der Hunger des Lesers gestillt. Durch die gründliche Recherche von Alex erhalten wir dazu genügend Hintergrundinformationen, jedoch so, dass es nicht zu medizinisch wird. 
Durch die verschiedenen Perspektiven und die nur langsam vorangehenden Ermittlungen hat der Leser viel Raum für Spekulation. Jede Wendung und jede neue Tatsache versetzen den Leser in die Rolle des Ermittlers. Die Geschichte geht spannend voran, ohne dabei die Charaktere in ihrer Entwicklung auf der Strecke zu lassen. 
Die Kapitel sind relativ kurz, sodass man förmlich durch das Buch fliegt und die Spannung trägt ihr möglichstes dazu bei. 
Die Auflösung erfolgt auf eine Weise, wie ich sie sonst noch nirgendwo gelesen habe. 

"Locked in" von Holly Seddon ist ein spannender, ergreifender Roman, den sich kein Thrillerfan entgehen lassen sollte. Von mir gibt es vier von fünf Lesepunkten für eine Geschichte, die mich bewegt und beeindruckt hat - auf ganz spezielle Weise.


*Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Heyne durch das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares entstanden. Vielen Dank!

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