Rezension: Ein französischer Sommer | Jessica Brockmole*

13 September 2016

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Diana Verlag | Einzelband | Paperback | 416 Seiten | Roman | Kaufen?


Worum geht es?

1911. Die junge Clare wird nach dem Tod ihres Vaters von Schottland nach Frankreich geschickt. Allein in der Fremde findet sie Trost bei Luc, dem Sohn ihrer Gastgeber. Gemeinsam erleben sie einen unvergesslichen Sommer – bis Clare erneut aus ihrer Welt gerissen wird. Jahre vergehen, bevor sie nach Frankreich zurückkehrt. Doch der Krieg hat Lucs Leben unwiderruflich verändert. Ist die Liebe jenes Sommers stark genug, um wieder zueinanderzufinden?

(Die Rechte am Klappentext liegen beim Diana Verlag.) 

Meine Meinung:

Jessica Brockmoles erster Roman "Eine Liebe über dem Meer" wurde als Bestseller gefeiert. Als sich mir die Gelegenheit bot, ihren zweiten Roman "Ein französischer Sommer" zu lesen, habe ich nicht lange gefackelt, wollte ich doch wissen, was die Autorin so besonders macht. Die Autorin hat mich mit ihrem Roman mehr als nur überzeugt und ich wurde keinesfalls enttäuscht.

Unsere Protagonistin Clare kommt nach dem Tod ihres Vaters in die Obhut einer Freundin der Familie und muss Schottland verlassen, um in Mille Mots, Frankreich, ein neues Zuhause zu finden. Aus ihrer anfänglichen Trauer wird nach und nach der schönste Sommer ihres Lebens, als sie auf Luc, den Sohn der Familie trifft. Gemeinsam erleben sie einen bilberbuchartigen Sommer, in dem Clare ihre Liebe zur Kunst findet und Luc sein Studentenheim jedes Wochenende verlässt, um Clare zu sehen. 
Doch lange währt die Freude nicht, da Clares Großvater von einer seiner vielen Reisen zurückkehrt und sie mitnehmen möchte. Er möchte, dass sie mit ihm die Welt bereist und so kommt es, dass Clare widerwillig ihr neues Heim verlassen muss. Und mit ihm auch Luc.
Das Leben der beiden geht weiter, unabhängig voneinander, doch die beiden können sich nicht vergessen. Sie schreiben sich Briefe, Briefe, die der Leser ebenfalls zu Gesicht bekommt. Sie schildern die fremden Welten, in denen sich die beiden nun bewegen sehr gut und vor allem bekommt man einen wunderbaren Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten. Dies wird dadurch unterstützt, dass die Kapitel phasenweise von Luc und Clare erzählt werden. 
Mit der Zeit verändern sich die beiden und auch die Welt bleibt nicht stehen. So muss Luc an die französische Front und der Krieg verändert ihn maßgeblich. Clare versinkt weiter in ihrer Kunst, kann Luc aber nicht vergessen. 
Ob die beiden wohl wieder zueinander finden können?
Jessica Brockmole schreibt sehr atmosphärisch, man schwelgt beim Lesen in einer Blase aus Gefühlen, Empfindungen und Erinnerungen der Protagonisten. Zudem wird die Landschaft sehr bildhaft beschrieben, ohne dass die Szenerie langatmig wirkt. Der Krieg und die Kunst werden so gefühlsbetont miteinander verknüpft, dass ich zum Ende der Geschichte tatsächlich ein paar Tränen verdrücken musste. Das passiert mir wirklich selten. 
Die Protagonisten sind so greifbar und lassen sich sehr leicht ins Herz schließen. Nach Beenden des Buches tat sich bei mir ein großes Loch auf, da ich schon nach dem Umschlagen der letzten Seite Luc und Clare vermisste. 

Ihr seht, das Buch hat mich verzaubert. Ich musste die Geschichte eine Weile sacken lassen, ehe ich die Worte für diese Rezension gefunden habe. 
Ich vergebe fünf von fünf Lesepunkten und spiele bereits mit dem Gedanken, "Eine Liebe über dem Meer" ganz bald zu lesen.


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