Rezension: Die Assistentinnen | Camille Perri*

28 Dezember 2016

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LYX | Einzelband | Paperback | 320 Seiten | Frauenroman | Kaufen?

 

Worum geht es?


Weiter nach den Regeln spielen oder endlich auch ein Stück vom Kuchen abbekommen? Vor dieser Entscheidung steht Tina Fontana, die als Assistentin für Robert Barlow, den übermächtigen CEO eines internationalen Medienkonglomerats, arbeitet. Ihr Gehalt reicht kaum für ein Leben in New York, geschweige denn dafür, ihren Studienkredit abzubezahlen. Nach sechs Jahren, in denen die 30-Jährige ihrem Boss Tische in Restaurants reserviert hat, die sie sich nicht leisten kann, und ihm Drinks aus Flaschen ausgeschenkt hat, die mehr als ihre Miete kosten, steckt ihre Karriere in einer Sackgasse. Ein Fehler bei der Spesenabrechnung eröffnet Tina die Chance, ihre Schulden auf einen Schlag zu tilgen. Eine Summe, die für sie die Welt bedeutet, für ihren Chef aber nur Taschengeld ist. Ihre Entscheidung setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben der vielen überqualifizierten und unterbezahlten jungen Frauen der Stadt verändern wird ...

(Die Rechte am Klappentext liegen bei LYX.) 

Meine Meinung:

Tina Fontana hat bisher immer nach den Regeln gespielt. Als Assistentin des Chefs eines großen Medienunternehmens arbeitet sie hart. Sie liest ihm jeden Wunsch von den Lippen ab und wird dafür kaum beachtet. Immer wieder stellt sie fest, dass ihr Chef viel Geld zum Fenster herauswirft, von dem andere Leute ein ganzes Jahr leben könnten. Oder aber ihren Studienkredit abbezahlen. Denn der sitzt auch Tina noch immer im Nacken und macht ein normales Leben beinahe unmöglich. Als jedoch ein Fehler bei der Spesenabrechnung passiert, nutzt Tina das zu ihren Gunsten. Der Studienkredit wird getilgt. Doch für Tina ist das leider noch nicht das Ende vom Lied. Sie löst eine Welle aus, die das Leben vieler junger Frauen verändern wird.

Tina Fortana ist eine Protagonistin wie aus dem Leben gegriffen. Der Leser kann sich mit ihr als Person sehr gut identifizieren und findet sie auf Anhieb symphatisch. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich zu einer starken Persönlichkeit, bleibt aber immer die typische Anti-Heldin, die ich in solchen Geschichten so sehr liebe. So schnell, wie man mit der Protagonistin warm wird, wird man durch den lockeren, angenehmen Schreibstil auch in die Geschichte entführt. Er besticht vor allem durch seinen diebischen "Seitenhieb"- Humor, der auch der Protagonistin anhaftet. Doch nicht nur sie macht die Geschichte zu einer besonderen. Auch die Nebencharaktere, die vor allem Frauen sind, haben es in sich. Sie sind witzig, stark, kämpferisch, aber haben auch eine unerwartet weiche Seite. Sie sind Freundinnen zum Pferdestehlen, die für dich eintreten und die sich vermutlich jeder von uns wünscht.
Auch das Thema, das hier aufgegriffen wird, ist gerade in der heutigen Zeit, wo man ohne Studium (und den dabei entstehenden finanziellen Nöten) kaum einen guten Arbeitsplatz bekommt, nicht uninteressant. Es ist gut, dass es in der Literatur aufgegriffen wird, und wenn es auch noch so geschickt und leicht augenzwinkernd aufgenommen wird, dann kommt man gar nicht drumherum, es zu lesen.
Einzig und allein die nebensächliche Liebesgeschichte wirkte etwas deplaziert und wäre für meinen Geschmack nicht von Nöten gewesen. 

Ich vergebe vier von fünf Lesepunkten und kann das Buch vor allem allen jungen Frauen empfehlen, denen es ähnlich geht oder auch allen anderen, die momentan ein wenig unzufrieden in ihrem Job sind. 







*Diese Rezension ist in freundlicher Zusammenarbeit mit LYX (Bastei Lübbe) entstanden, die mir hierfür das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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