Rezension: Girl with no past | Kathryn Croft*

20 März 2017

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LYX | Einzelband | Paperback | 368 Seiten | Roman | Kaufen?

Worum geht es?

Ich wusste sofort, dass ich etwas in Händen hielt, was ich nicht sehen wollte. Dennoch zog ich die Karte aus dem Umschlag und starrte auf die Schrift.
 Alles Gute zum Jahrestag! 
Ich fürchtete, mich übergeben zu müssen, faltete dennoch die Karte auseinander. Auf der Innenseite stand mein Name.
 Leah 
Einzig mein Vorname. In kindlicher Schrift. Jeder Buchstabe hatte eine andere Größe. Ich warf die Karte zurück auf den Tisch, als könnte sie mir körperliche Schmerzen zufügen. Meine Wohnung schien noch kleiner zu werden, als versuchte sie, mich zu erdrücken …
 Meine Vergangenheit holte mich ein.

(Die Rechte am Klappentext liegen bei LYX.)

Meine Meinung:

In Leahs Vergangenheit sind viele Dinge geschehen, die sie nicht mehr rückgängig machen kann. Schlimme Dinge. Dinge, die dafür gesorgt haben, dass sie ihre Heimatstadt verließ, um sich ein neues Leben aufzubauen. Weit entfernt von den Menschen und den Orten, die sie an den Tag zurückdenken lassen, der alles veränderte. Noch heute ist Leah in Behandlung. Wohnt allein und lässt niemanden an sich heran. Jeder Tag folgt dem gleichen Muster. Bis zu dem Tag, an dem sie eine mysteriöse Nachricht erreicht, die ihr offenbart, dass jemand sie gefunden hat. Ihre Vergangenheit ist präsent wie nie zuvor und das, obwohl sie im Begriff war sich zu verlieben. Werden die Drohungen aufhören? Wer steckt dahinter? Und vor allem: Was ist damals passiert?
Um euch diese Fragen zu beantworten, müsst ihr selbstverständlich das Buch lesen, sonst wäre zu viel vorweggenommen.  

Leah lebt sehr zurückgezogen und hält die Menschen auf Abstand. Sie lebt für ihre Arbeit und jeder Tag muss den gleichen Ablauf haben, damit sie sich wohlfühlt. Zu Beginn war Leah mir sehr sympathisch. Sie liebt Bücher, arbeitet in einer Bücherei und traut sich nicht so richtig aus ihrem Schneckenhaus. Sie versucht, ihrer Situation zu entfliehen und öffnet sich Stück für Stück. Protagonisten, die nicht auf der Stelle treten, sondern ihr Leben in die Hand nehmen, finde ich interessant. Ich entdecke gerne, wie sie weitere Schritte nach vorne gehen und es hält mich an der Geschichte. Zunächst war das hier auch der Fall. Mit der fortschreitenden Geschichte jedoch ging mir Leah mehr und mehr auf die Nerven. Sie macht sich für alles Schlechte in ihrem Leben selbst verantwortlich und schiebt es auf das Karma. Schließlich war sie in ihrer Jugend ja in einen Vorfall verwickelt, der sie abgrundtief böse macht. Denkt sie zumindest von sich selbst. 

Genau da sitzt mein Problem mit der Protagonistin. Die komplette Geschichte über bemitleidet sie sich selbst. "Ich habe es nicht anders verdient.", taucht sinngemäß viel zu häufig auf. 

Auch die eben angesprochene Entwicklung taucht ab der Hälfte nicht mehr auf. Leah tritt auf der Stelle, geht sogar wieder einige Schritte zurück und bleibt leider den größten Teil des Buches eine leere Hülle. 
Damit einher ging leider, dass - nachdem die erste Drohung auftauchte- wenig in diese Richtung passierte. Die Spannung war leider nicht oder nur wenig existent und hat mir persönlich das Leben wirklich schwer gemacht. 

Die Geschichte wird hauptsächlich von Leahs Vergangenheit getragen, die durch einzelne Kapitel noch einmal aufgerufen wird. Der Leser möchte natürlich wissen, was vorgefallen ist. Warum sie sich selbst so sehr geißelt. Die Aufklärung ist recht vorhersehbar und wird der aufgebauten Erwartungshaltung leider nicht gerecht.  

Auch wenn das Buch von seinen Rückblenden lebt, sollte es einem nicht die Freude an der eigentlichen Geschichte nehmen. Das ist hier leider der Fall gewesen.

Der Schreibstil hat mit dennoch gut gefallen. Er ist recht bildlich und trägt die Emotionen gut an den Leser heran. 

Fazit: 

Alles in allem eine Geschichte, die man lesen kann, aber definitiv nicht muss. Das Buch hat bei mir eine zu hohe Erwartung geschürt, die es leider nicht erfüllen konnte. Es eignet sich gut für Zwischendurch, ist recht kurzweilig und lebt von dem Geheimnis, das Leah umgibt. Ich vergebe drei von fünf Lesepunkten.





* Diese Rezension ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Bastei Lübbe (LYX) entstanden, die mir hierfür das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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