Rezension: Tausend kleine Lügen (Hörbuch) | Liane Moriarty*

11 April 2017

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Lübbe Audio | Hörbuch | gelesen von Luise Helm | 803 Minuten | Beziehungsroman | Kaufen?

Worum geht es?

Jane flieht vor ihrer Vergangenheit. Sie hat es seit der Geburt ihres Sohnes vor fünf Jahren nirgendwo länger ausgehalten. Nun ist sie im idyllischen australischen Küstenstädtchen Pirriwee gestrandet und hat das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Schnell schließt sie Freundschaft mit der lebhaften Madeline und der wunderschönen Celeste. Doch plötzlich geraten die drei Frauen in den Strudel von dunklen Geheimnissen, Lügen und Intrigen. Als dann bei einem Elternschulfest ein Mann tödlich verunglückt, stellt sich die Frage: War es ein Unfall oder Mord?

(Die Rechte am Klappentext liegen bei Lübbe Audio.) 

Meine Meinung:

Als Jane in die Küstenstadt Pirriwee zieht, möchte sie nur eines - ein neues Leben anfangen. Alles vergessen und ihrem Sohn ein gutes Leben ermöglichen, abseits ihrer Vergangenheit. 
Durch einen Zufall trifft sie am Einführungstag für die Vorschüler auf die Mütter Celeste und Madeline und schließt sie in ihr Herz. Im Laufe der Geschichte lernen die drei sich besser kennen und werden gute Freunde. Freunde hat Jane auch bitter nötig. Eine der übereifrigen Mütter beschuldigt ihren Sohn übler Taten und verschwört sich mit anderen Müttern gegen Jane. 
Doch alle von ihnen haben Geheimnisse, die schwerer wiegen als zunächst gedacht. Als diese sich nach und nach aufdecken, eskaliert die Situation und endet tödlich.

Liane Moriarty erzählt die Geschichte aus drei Perspektiven. Zum einen folgen wir Jane auf ihrem Weg zurück zur Unabhängigkeit, zum anderen der selbstbewussten Madeline und zu guter Letzt Celeste, deren Leben perfekt scheint. Durch die drei Sichtweisen erhält der Zuhörer einen sehr guten Einblick in die Gefühlswelten der drei Frauen und merkt sofort, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. 

Jane macht im Laufe der Geschichte neben Celeste wohl die größte Wandlung duch. Zunächst die scheue Frau, die sich nach innerem Frieden sehnt, später eine selbstbewusste Mutter, die ihren Sohn beschützt. 

Celeste dagegen ist die perfekte Frau. Wunderschön, hat zuckersüße Zwillinge und einen erfolgreichen Mann. Ein Schein, der trügt. Auch bei Celeste hat Liane Moriarty nicht mit Päckchen gespart. 

Dagegen ist Madeline eine selbstbewusste, taffe Frau, die zwar auch mit Problemen zu kämpfen hat, sich von ihnen jedoch nicht aufhalten lässt. Sie ist immer für ihre Freundinnen da und löst durch ihre streitsüchtige Art schon einmal den ein oder andern Konflikt aus.

Neben den drei Sichtweisen werden immer mal wieder Schnipsel einer Befragung eingestreut, die - so scheint es- mit den Ermittlungen um den Todesfall zu tun haben. Dort kommen die verschiedensten Leute zu Wort, aber vor allem die Eltern der Pirriwee Schule. Was im Kleinen begann ist zum großen Konflikt geworden, der alle etwas angeht. Und natürlich hat auch jeder seine ganz spezielle Meinung dazu.

Ihr seht, das Buch ist vielschichtig. Liane Moriarty spricht einige Themen an, die eher harte Kost und nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind. So manches Mal musste ich wirklich schlucken und habe mir an den Kopf gefasst, weil ich nicht glauben konnte, dass es soetwas in der Welt gibt. Aber davor sollte man die Augen nicht verschließen. 

Trotz der schwierigen Themen schafft Moriarty es, dass man sich beim Zuhören nicht bedrückt fühlt. Sie arbeitet viel mit Ironie, bildet dabei den Mütterwahnsinn humoristisch gut ab und erleichtert so das Zuhören ungemein.

Zur Sprecherin:

Luise Helm ist für dieses Hörbuch eine ausgezeichnete Wahl. Sie schafft es in die einzelnen Rollen zu schlüpfen, jedem Charakter eine eigene Stimme zu verleihen und ihm somit Leben einzuhauchen. Ich konnte mir die Szenarien sehr gut bildlich vorstellen und musste das ein oder andere mal schmunzeln, da sie den Humor völlig auf den Punkt gebracht hat. Besser hätte das Hörbuch nicht gelesen werden können. 

Fazit:

Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und schwierige Problematiken gut näherbringt, ohne dass diese in den Vordergrund rücken und die Geschichte vergessen lassen. Mich hat das Hörbuch emotional bewegt, die Geschichte mich überzeugt. Ich vergebe alle fünf Lesepunkte und kann euch nur empfehlen, dem Buch oder dem Hörbuch eine Chance zu geben. 




* Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Lübbe Audio entstanden, die mir hierfür das Hörbuch kostenlos zur Verfügung gestellt haben. 

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2 Kommentare

  1. Ahoy Anna,

    na das klingt nach guten Hörvergnügen :) Und das Cover ist ja auch toll *-* Ich höre momentan die Känguru Chroniken... großartig!!

    Von mir gibt´s heute noch etwas Eigenwerbung... das erste Quartal 2017 ist ja bereits vorbei und da ich festgestellt habe, dass mir ein Jahresrückblick immer irre schwer fällt, habe ich mir für einen vierteljährlichen entschieden und um keinen langweiligen "Das habe ich gelesen"- Post in XXL zu verfassen, ist daraus ein TAG- Format geworden - 4 Fragen, die ich jedes Quartal stelle und 10 weitere, auf die Jahreszeit angepasste... vielleicht hast du ja Lust, dir das anzuschauen oder gar mitzumachen? Würde mich freuen :D

    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2017/03/quartalsruckblick-fruhjahr.html

    LG, Mary <3

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    1. Hallo Mary!
      Das Hörbuch ist wirklich toll. ich kann es nur empfehlen. Die Känguru Chroniken finde ich auch großartig, habe sie vor einigen Jahren durch meinen Bruder entdeckt. Der Humor ist klasse. :)

      Liebe Grüße!

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