Rezension: Targa - Der Moment, bevor du stirbst | B.C. Schiller*

19 Juli 2017

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Penguin | Band 1 | Taschenbuch | 400 Seiten | Thriller | Kaufen?


Worum geht es?


Targa Hendricks hat keine Freunde, keine Liebe, nichts zu verlieren. Doch vor allem hat sie keine Angst – und genau das macht sie so verdammt gut in ihrem Job. Denn als Undercover-Ermittlerin einer Sondereinheit des BKA ist es ihre Aufgabe, Serienkiller auf frischer Tat zu überführen, und dazu gibt es nur zwei Wege: Targa muss sich einem Mörder ausliefern – oder ihn glauben lassen, sie sei wie er.

Falk Sandman ist Hochschuldozent, charismatisch, clever und besessen von den letzten Worten Sterbender – seiner Opfer. Eines Tages trifft er eine junge Frau, die sich für seine dunkle Seite interessiert. Sie will von ihm lernen, und Sandman fasziniert ihr gefühlloses Verhalten. Zunächst ist er skeptisch, doch allmählich vertraut er ihr.

(Die Rechte am Klappentext liegen beim Penguin Verlag.)

Meine Meinung:


Die Umstände unter denen Targa zum BKA gerät, machen sie so besonders. Als Baby im eisigen Winter vor der Tür eines Krankenhauses ausgesetzt, verlor sie ob der Kälte ihre Zwillingsschwester und ihren kleinen Zeh. Aufgewachsen bei einer Ziehmutter, hat sie nicht vergessen, dass jemand die Schuld am Tod ihrer Schwester trägt. Nämlich die Person, die sie in der eisigen Nacht gemeinsam vor die Türschwelle legte. Mit ihrer Schwester verlor Targa auch ihre Gefühle. Sie ist eiskalt, fast soziophob und gerade das macht sie zur idealen Ermittlerin. 
Als ein Serienmörder sein Unwesen treibt, jemand zwar verdächtigt, aber nicht überführt werden kann, soll Targa ihm eine Falle stellen. Sie soll ihm so nahe kommen, dass er Vertrauen zu ihr fasst und sie ihn auf frischer Tat ertappen kann. Doch was, wenn die beiden sich so sehr ähneln, dass selbst Targa in Gefahr ist?

"Targa - Der Moment, bevor du stirbst" ist das erste Buch vom Autorenduo B.C. Schiller, das ich gelesen habe. 
Direkt von der ersten Seite hat mich das Buch in einen unvergleichlichen Sog gerissen, sodass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Targa ist eine recht schwierige Protagonistin, mit der man erst einmal warm werden muss. Aber gerade die Tatsache, dass Targa so andersartig ist, hat mich sehr gereizt und schlussendlich auch von sich überzeugt. Sie ist sehr speziell, hat einige Spleens und nicht allzu viele soziale Kontakte. Targa lebt relativ abgeschottet und spricht sogar manchmal mit ihrer verstorbenen Schwester. Anfangs hat mich das ein wenig irritiert, aber je mehr man sich mit Targa beschäftigt und je mehr man über ihre Vergangenheit erfährt, desto interessanter wird die Geschichte. 
Man merkt recht schnell, dass ihre gefühlskalte Art vielmehr ein Schutzmechanismus ist, der ihr manchmal zum Verhängnis wird.

Die Geschichte wird zum einen aus Targas Sicht erzählt, zum anderen aber auch aus der Sicht des potentiellen Mörders. Dadurch erfahren wir das Aufeinandertreffen der beiden aus zwei Sichten und auch der Fortlauf der Geschichte profitiert von dieser Machart. Sie erzeugt Spannung, da auch unser Mörder unberechenbar ist und der Leser die meiste Zeit unter Strom steht. Wird er entdecken, wer Targa wirklich ist? Was wird diese kranke Person mit ihr machen, wenn sie es herausfindet? Und vor allem: Welche Motive verfolgt der Täter?
Und ich kann euch sagen, all das wird euch auch geboten. Die Tathergänge, die Morde selbst werden schonungslos erläutert, ja gar bildlich beschrieben. Auch die Gedankenwelt des Mörders wird auf unerbittliche Art nach Außen gekehrt, weshalb der Thriller wirlich viele phsychologische Aspekte aufgreift, die mir teilweise wirklich ängstliche Schauer über den Rücken liefen ließen.

Elegant schafft es B.C. Schiller zudem, Targas Geschichte mit einfließen zu lassen. Nach und nach erhält der Leser immer mehr Hintergrundinformationen, aber es gibt auch noch einige schwarze Löcher, da Targa selbst noch immer auf der Suche nach ihrem Vater ist. Andere Personen rücken in diesem perfiden Spiel immer mehr in den Vordergrund und es wird deutlich, dass auch Targa eventuell Gefühle entwickeln kann. Es wird viel Wert auf das Zwischenmenschliche gelegt oder vielmehr auf das, was der Leser zwischen den Zeilen entdecken kann. Wenn er denn genau liest und gerne interpretiert.

Das Ende ist wirklich grandios und vor allem ein ziemlich großer Cliffhanger. Da es sich um einen Reihenauftakt handelt, bin ich wirklich sehr gespannt, wie es mit Targa weitergeht.

Fazit:


Ein überaus packender und spannender Thriller, der vor allem durch seine andersartige Protagonistin besticht. Ist man erst einmal mit der Geschichte und den Umständen  warm geworden, liest sich das Buch weg wie nichts.  Klare Leseempfehlung von mir! Ich vergebe 4,5 von 5 Lesepunkten. 



Weitere Rezensionen zum Buch:
Leseliebe


*Diese Rezension ist in Zusammenarbeit mit dem Penguin Verlag entstanden, der mir hierfür das Buch als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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2 Kommentare

  1. Huhu liebe Anna,

    eine richtig tolle Rezension! Ich habe von dem Buch durch Zufall erfahren als es eine Online-Buchvorstellung gab - die ich leider verschlafen habe - und deshalb finde ich es jetzt natürlich umso besser, wenn ich ehrliche Meinungen dazu lesen kann! :)

    Liebe Grüße
    Kathi von Lesendes Federvieh

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    1. Hallo Kathi!
      Vielen Dank für deine lieben Worte! Ich kann dir das Buch sehr ans Herz legen. :)

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