Rezension: Smoke | Dan Vyleta*

22 Oktober 2017

Rezension Dan Vyleta Smoke Buch
carl's books | Einzelband | Paperback | 624 Seiten | All-Age-Fantasy | Kaufen?

Worum geht es?

Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...

(Die Rechte am Klappentext liegen bei carl's books.) 

Meine Meinung:

Thomas und Charlie sind einer großen Verschwörung auf der Spur. Sämtliche Sünden zeigen sich in Form von schwarzen Rauch, den der oder die Sündige über seine/ihre Poren an die Außenwelt abtritt. Sämtliches "Rauchen" ist auf dem Elite-Internat, das die beiden besuchen, nicht gerne gesehen. Schließlich sollen sie zu ehrenhaften Gentlemen herangezogen werden.
Als die beiden bei einem Schulausflug eine Person entdecken, die vermeintlich Eigenartiges im Sinn hat und dabei fälschlicherweise keinen Rauch ausstößt, wänen sie sich auf einer großen Spur. Plötzlich wird ein Anschlag auf die beiden verübt und sie begeben sich auf die Flucht. Verfolgt und um einige Rätsel reicher, machen sie sich auf, das Geheimnis zu lüften.

Der Klappentext hat mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht. Er verspricht Spannung, Geheimnisse und - was mich vor allem gereizt hat- englischen Charme.

Die Atmosphäre des Buches ist sehr düster, bedrückend und einnehmend. Der Leser fühlt sich sofort in das alte England versetzt und spürt förmlich den dunklen, verpestenden Rauch in der Luft. Dan Vyleta beschreibt so bildhaft, dass man sich in die Zeit hineinversetzen kann, jedoch nicht so überzeugend, dass man sich als Leser völlig in die Geschichte fallen lassen kann.

Durch den teilweise sehr beschreibenden, erklärenden Schreibstil ist die Geschichte über lange Strecken leider sehr langatmig. Zudem ist die Sprache so gewählt, dass man am Ball bleiben muss, um alle versteckten Hinweise und Schätze dieser Geschichte zu erkennen. Dies hat es mir auffallend schwer gemacht, mich vollends in die Geschichte fallen zu lassen und die Realität um mich herum auszublenden.

Die Idee des Rauches, der sich in der Sünde manifestiert hat mich während des Lesens sehr fasziniert. Als Leser möchte man zwingend wissen, wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist, ob es wirklich Ausnahmen von der Regel gibt und ob die Manifestierung des Rauches tatsächlich ein Zeichen für den Verfall der Gesellschaft ist. Einige dieser Fragen werden in der Geschichte beantwortet, andere angerissen. Viele Fragen muss man sich jedoch selbst beantworten und so kommt es, dass man als Leser sein eigenes Verhalten reflektiert und sich aktiv mit der Geschichte auseinandersetzt.

Thomas und Charlie, die beiden Protagonisten, werden von Dan Vyleta ausgeprägt charakterisiert. Jeder der beiden hat für sich typische Eigenschaften, die sich im Laufe der Geschichte als hinderlich oder gar hilfreich erweisen. Beide wurden so charakterisiert, dass sie sich gegenseitig gut ergänzen. Ab und an wurden die negativen Eigenschaften der beiden ein wenig anstrengend, gerade als eine kleine Liebesgeschichte zum Nebenschauplatz avangierte.

Erst zum Ende hin wurde die Geschichte spannend. Häppchenweise wurden die Geheimnisse aufgedeckt und die Geschichte endete in einem Showdown. Leider konnte mich das Buch bis zu diesem Zeitpunkt nicht restlos von sich überzeugen, sodass ich diesem Finale regelrecht entgegengefiebert habe.
 

Fazit:

Eine großartige Idee, gepackt in einen bildhaften Schreibstil, die mich jedoch aufgrund einiger Längen in der Geschichte und zu spät eintretender Spannung nicht vollends überzeugen konnte. Ich vergebe drei von fünf Lesepunkten.


*Dieses Buch wurde mir vom Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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2 Kommentare

  1. Richtig tolle Rezension, die Lust auf das Buch macht :) Habe das Buch wegen dem Cover schon öfter nun irgendwo gesehen und blieb bei mir im Kopf, bin aber noch am hadern... stecke grade in einer Leseflaute und bräuchte eher was leichtes, was keine Längen hat. Aber Lust machst du echt aufs Buch :)

    Alles Liebe,
    Ines

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    1. Hallo Ines,
      das freut mich sehr! Das mit den Leseflauten kenne ich, da braucht man eher etwas leichte Lektüre. Erzähle mir gerne, wenn du dann dazu gegriffen hast. :)

      Liebe Grüße, Anna

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