Rezension: The Promise - Der goldene Hof | Richelle Mead*

19 Dezember 2017

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Bastei Entertainment | Ebook | Band 1 von 3 | 586 Seiten | Junge Erwachsene | Kaufen?

Worum geht es?


Der Goldene Hof verspricht auserwählten Mädchen ein völlig neues Leben. Nicht nur, dass sie lernen, sich in vornehmen Kreisen zu bewegen, sie werden auch auf eine glamouröse Zukunft im aufstrebenden Nachbarland Adoria vorbereitet.
Die junge Adelige Elizabeth scheint bereits ein solches Leben zu führen. Doch nach dem Tod ihrer Eltern fühlt sie sich wie in einem Gefängnis, aus dem sie nur noch fliehen will. Als Elizabeth dann den charmanten Cedric Thorn vom Goldenen Hof kennenlernt, weckt er einen waghalsigen Plan in ihr: Sie muss es irgendwie nach Adoria schaffen. Und kurze Zeit später tritt sie unter falschem Namen die Ausbildung am Goldenen Hof an …

(Die Rechte am Klappentext liegen bei Bastei Entertainment.)


Meine Meinung:


Nach dem Tod ihrer Eltern steht Elisabeths Familie der finanzielle Ruin bevor. Lediglich eine gute Partie könnte sie davor bewahren. Doch da jeder über ihre finanzielle Lage weiß, ist es äußert schwierig einen geeigneten Heiratskandidaten zu finden. Als ihre Großmutter Elisabeth eröffnet, dass sie ihren schwitzenden Cousin heiraten soll, möchte sie nur noch fliehen. Praktischerweise spielt ihr Cedric dabei in die Karten. Er wirbt in Elisabeths Anwesen eine Zofe für den goldenen Hof an, die dort ausgebildet und verheiratet werden soll. Elisabeth wittert ihre Chance und gibt sich als ihre Zofe aus. Schon bald befindet sie sich auf dem Weg zum Goldenen Hof und muss lernen, sich ihrem weniger glamourösen Umfeld anzupassen.

Das erste Drittel des Buches hat eine gewisse Sogwirkung, sie beginnt interessant mit einem Spannungsmoment und macht den Leser neugierig auf mehr. Die ersten Seiten sind somit nur so dahin geflogen und ich war mir sicher, dass dieses Buch mich begeistern würde. Doch leider habe ich mich zu früh gefreut. Denn die Geschichte offenbart zwar viele gute Ideen, führt jedoch keine davon richtig aus. Es gibt zu viele Plotanfänge, die mehr oder weniger zusammenpassen und es kommt einem so vor, als wollte die Autorin viele Geschichten in einer vereinen. Davon wird jedoch keine so richtig vertieft, sodass einem der Plot durchweg sprunghaft vorkommt und manchmal auch etwas langatmig erscheint. 

Dazu kommt, dass es kein richtiges Worldbuilding gibt. Der Leser weiß, dass man sich vermutlich in einer Zeit befindet, in der auf adelige Gepflogenheiten viel Wert gelegt wird und der Glauben eine große Bedeutung hat. Manchmal werden noch Bezüge zu indianerähnlichen Stämmen gezogen. Das alles mag nicht so richtig zusammenpassen und wird auch nicht durch weitere Beschreibungen der Welt gestützt.
 
Weiterhin fällt auf, dass die Probleme, die im Laufe der Geschichte immer mal wieder auftauchen, sich praktisch wie von selbst lösen. Einmal aufgetaucht, lösen sie sich innerhalb der nächsten Seiten ohne großartige Folgen auf. Diese Häufigkeit und die damit einhergehende Dramatik, hinterließ bei mir ein Gefühl von "Effekthascherei", sodass ich die Geschichte ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr genießen konnte.
 
Die Autorin legt sehr viel Wert auf die Beschreibung der Beziehungen zwischen den Charakteren und ganz besonders auf eine verbotene Romanze. Diese hat selbstverständlich ihre Daseinsberechtigung, wurde aber leider zu Ungunsten des Worldbuildings fokussiert.

Die Beschreibung der Charaktere ist Richelle Mead durchaus gelungen und so konnte ich mich mit den Charakterzügen des männlichen Protagonisten sehr gut anfreunden. Dieser hat sowohl Ecken als auch Kanten und verbirgt ein gefährliches Geheimnis. Dieses Geheimnis war als Komponente sehr interessant, wurde jedoch leider auch nicht vollends ausgereizt. Mit Elisabeth hatte ich da schon eher meine Schwierigkeiten. Sie wirkt zu vielen Zeitpunkten naiv und arrogant, was es manchmal schwer machte, sie ernst zu nehmen.

Richelle Meads Schreibstil wiederrum ist sehr gut. Er macht es dem Leser leicht, der Geschichte zu folgen und das, obwohl viele Völkernamen genannt werden, die rein fiktiv sind. Ihre Beschreibungen sind, wenn vorhanden, sehr bildhaft und machen Freude beim Lesen.

Fazit:

Eine Geschichte die mir insgesamt zu unrund und zu dramatisch war, jedoch mit ihrer Leichtigkeit punkten konnte. "The Promise - Der goldene Hof" ist ein Buch für Fans von Selection. Die Geschichte ist leicht und ganz nett zu lesen, jedoch nichts, dass man zwingend gelesen haben müsste. Ich vergebe drei von fünf Lesepunkten und werde die Reihe nicht weiter verfolgen.


*Das Ebook ist mir im Gegenzug zu einer ehrlichen Rezension kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt worden.

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