Rezension: Einmal im Jahr für immer | Sarah Ricchizzi*

02 Januar 2018

Einmal im Jahr für immer Sarah Ricchizzi Rezension
neobooks | Ebook | Einzelband | 344 Seiten | Contemporary | Kaufen?


Worum geht es?


Was bedeutet eigentlich Leben?
Math ist tot.
Und Amelie Red fragt sich, weshalb sie noch weiterleben soll. Wozu den Schein wahren, wenn der Tod so schwer auf ihr lastet? In ihrer Trauer um ihren verstorbenen Ehemann, vergisst Amelie Red, wer sie einst gewesen ist und verliert sich in ihrer eigenen Gedankenwelt. Dann klopft ein Clown unerwartet an ihre Badezimmertür und sprengt ihr Leben mit Abenteuern, die sie nicht erleben will.
Ein Clown lässt sich allerdings nicht so einfach ignorieren, schon gar nicht, wenn im eigenen Treppenhaus ein Regenbogen erscheint, eine Hüpfburg im Wohnzimmer thront und sie das Haus nicht mehr durch die Haustür, sondern durch ein Fenster betreten muss.  

(Die Rechte am Klappentext liegen bei Sarah Ricchizzi.)
 

Meine Meinung:


Amelie Red zweifelt am Leben. Sie hat ihren Ehemann Math nach kurzer gemeinsamer Zeit verloren. Nichts erscheint mehr Sinn zu ergeben, nichts kann sie aus ihrem emotionalen Loch befördern. Amelie lebt in der Vergangenheit, schwelgt in Erinnerungen, die sie vor Trauer innerlich auffressen. Sie möchte nicht mehr. Ohne Math ist alles bedeutungslos.
Bis sie plötzlich von einem Clown in ihrem Haus überrascht wird. Wie er dort hineingekommen ist, weiß niemand. Es steht lediglich fest: So schnell wird er nicht wieder gehen. Hartnäckig kämpft der Clown, beißt sich durch und versucht, Amelie zu neuer Lebensfreude zu verhelfen. Dabei ist er nicht zurückhaltend und lockt Amelie regelmäßig aus der Reserve. Die beiden erleben jede Menge verrückte Dinge und schon bald ist Amelies Leben voller Konfetti.  

In der Regel meide ich Bücher, die sich mit den Themen Tod und Trauer beschäftigen, da ich solche Bücher häufig nicht so gut verkraften kann. Als Sarah mich dann jedoch fragte, ob ich ihr Buch lesen möchte, konnte ich einfach nicht nein sagen, da mir ihre Kurzgeschichte "Der Sandkornzähler" schon so unglaublich gut gefallen hat. Und was soll ich sagen? Ich bereue es nicht.

Sarah hat einen ganz besonderen, einprägsamen Schreibstil, der Gefühle unfassbar authentisch transportiert. Sie schreibt bildhaft, mit wunderschönen Metaphern und findet immer die richtigen Worte. 

Für das Buch habe ich mir sehr viel Zeit genommen, weil ich einfach nicht wollte, dass die Geschichte zu Ende geht. Amelies Trauerbewältigung spielt zwar eine zentrale Rolle, wird von Sarah jedoch ganz anders angegangen als erwartet. Die Gefühle stehen deutlich im Vordergrund und auch wenn Amelie zu Anfang mehr negative Gedanken trägt, als positive, kommt die Geschichte mit einer positiven Botschaft daher. Das ganze Buch versprüht eine Lebensfreude, die ich gar nicht in Worte fassen kann. 

Der Clown ist und bleibt für mich persönlich das Highlight in dieser Geschichte. Clowns sind mir eher suspekt, schon als Kind hatte ich Angst vor ihnen und war somit ziemlich skeptisch, ob dieser Clown mich eines besseren belehren kann. Doch so ist es. Mit seiner munteren, oftmals sehr fordernden Art, hat er mich häufig zum Schmunzeln gebracht. Und das in den unpassensten Situationen. Doch gerade das hat das Lesen zu einem wahren Erlebnis gemacht. 

Sarah greift auch die Beziehungen zwischen Amelie, ihrer Familie und ihren Freunden, die unter Amelies Trauer erheblich gelitten haben, auf. Auf eine Weise, die ich nur als authentisch oder gar echt bezeichnen kann. Häufig musste ich schlucken und meine Gefühle ordnen. 

Einprägsam und stark sind auch die Briefe, die Math Amelie zurückgelassen hat. Der Leser erfährt, warum und wie Math das Leben verlassen hat und vor allem, warum die Trauer so stark auf Amelie lastet. 

Der Abschluss der Geschichte hat mich dann völlig aus der Bahn geworfen. Ehrlich, erschütternd und erneut emotional bringt Sarah die Geschichte zu einem Ende. Einem Ende, das ich so nie erwartet hätte.

Fazit:


Trauer, Schmerz, Depressionen, Emotionen und eine große Prise Konfetti. Diese Worte beschreiben "Einmal im Jahr für immer" wohl am besten. Eine Geschichte, die sprachlos macht und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Sarah Ricchizzi ist es mit diesem Buch gelungen, dass ich - unabhängig davon, welches Genre sie als nächstes bedienen mag -jedes Buch lesen werde, das sie jemals veröffentlicht. Ein absolutes Highlight und eines meiner neuen Lieblingsbücher. Ich empfehle dieses Buch jedem, der tief im Herzen berührt werden möchte und vergebe fünf von fünf Lesepunkten. 



Weitere Rezensionen:



*Dieses Buch wurde mir von der Autorin im Gegenzug zu einer ehrlichen Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt. 

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2 Kommentare

  1. Hey!
    Super schöne Rezension!
    Es freut mich sehr, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat.
    Es war eins meiner Jahreshighlights. <3
    Auch ich werde alles lesen was sie veröffentlichen wird, ich mag ihren Schreibstil sehr.

    Liebe Grüße und danke fürs Verlinken!
    Nicci

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    1. Hallo Nicci! :)

      Ich freue mich sehr, dass dir die Rezension gefällt. :)
      Ja, ich finde auch, dass dieses Buch etwas ganz Besonderes ist und es zählt definitiv auch zu meinen Highlights. :D

      Sehr gerne!

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